Degression

 

meint im Zusammenhang mit Photovoltaik die jährliche Kürzung der Einspeisevergütung. Diese ist im Erneuerbaren Energie Gesetz festgelegt. Sie berechnet sich in der aktuellen Fassung des EEG aus einer festen Grunddegression (Kürzung um 9%) plus einem variablen Prozentsatz. Dieser ist abhängig vom deutschlandweiten Zubau an Photovoltaikanlagen im Zeitraum eines Jahres (Oktober bis September des Vorjahres).

Hintergrund für die Photovoltaik Degression ist, die anfänglich hohe Förderung für Photovoltaik schrittweise der Marktentwicklung und sinken Anlagenpreisen anzupassen. Ab April 2012 erfolgt die Reduzierung der Einspeisevergütung in Schritten von 1% monatlich gegenüber dem Vormonatswert. Damit soll der erhöhte Zubau mit PV-Anlagen zum Ende eines Vergütungszeitraumes unterbunden werden.

Die Absenkung von einem Prozent pro Monat entspricht einer Jahresdegression von 11,4%. Die Höhe der Degression wird aber dem jährlichen Zubau mit PV-Anlagen angepasst. Der vorgesehene Korridor liegt zwischen 2.500 und 3.500 MW im Jahr. Je nachdem, ob dieser Korridor über- bzw. unterschritten wird, werden die Vergütungssätze entsprechend angepasst. Die erste Anpassung erfolgt am 01.11.2012 und ist abhängig vom Zubau in den Monaten Juli bis September 2012, der auf 12 Monate hochgerechnet wird.

Die nächste Anpassung 3 Monate später, also Anfang Februar 2013 erfolgte aufgrund der Zubauzahlen der Monate Juli bis Dezember 2012. Für die nächste Anpassung gilt dann ein Zeitraum von 9 Monaten und bis zuletzt Anfang August 2013 der Zubau eines Gesamtjahres (Juli 2012 bis Juni 2013) berücksichtigt werden kann. Der Puffer von einem Monat wird der Bundesnetzagentur zur Ermittlung der Zubauzahlen zugestanden. Der “atmende Deckel”, also die zubauabhängige Degression gestaltet sich wie folgt:

Alle Angaben gerundet und ohne Gewähr.

Anlagen bis 10 kWp sowie Freiflächenflächen- und sonstige Anlagen ab 1.000 kWp bis 10 MWp erhalten 100 % des eingespeisten Solarstroms vergütet.

Für Anlagen zwischen 10 kWp und 1.000 kWp werden nur noch 90% vergütet, der Rest muss eigenverbraucht, direkt oder über den Netzbetreiber an der Strombörse vermarktet werden. Das gilt für Anlagen, die ab 01.04.12 ans Netz gingen oder gehen. Die Regelung trat ab dem 01.01.2014 in Kraft. Bis dahin wurden alle Anlagen zu 100% vergütet. Die Verrechnung erfolgt für die gesamte erzeugte Strommenge und nicht anteilig wie bei der Berechnung der Vergütungshöhe bei Dachanlagen.

Neu ins EEG aufgenommen wurde ein Passus, der das Ende der Förderung bei einer installierten Photovoltaik-Leistung von 52 Gigawatt in Deutschland vorsieht. Danach soll es keine Förderung mehr geben, weil dann das gesetzte Ausbauziel erreicht sei. Bis zum Erreichen der 52 Gigawatt bleibt es beim jährlich angestrebten Ausbaukorridor von 2.500 bis 3.500 Megawatt. Der Einspeisevorrang soll aber auch danach gesichert sein. Vor Erreichen des Zubauzieles will die Bundesregierung einen Vorschlag für die Neugestaltung des EEG unterbreiten.

Schreibe einen Kommentar